Moed Katan 24

Kapitel 24

א יש מהן פטור אבל אסור ויש מהן מותר לכתחלה
1 wegen mancher [Arbeiten] ist man frei, jedoch sind sie verboten, und manche sind von vornherein erlaubt.
ב רב הונא חצדו ליה חצדא במועדא איתיביה רבה בר רב הונא לרב הונא טוחנין קמח במועד לצורך המועד ושלא לצורך המועד אסור דבר שאבוד במועד מותר לעשותו במועד דבר שאינו אבוד במועד אסור
2 Für R. Hona mähte man [die Ernte] am Halbfeste. Rabba b. R. Hona wandte gegen R. Hona ein: Man darf am Halbfeste Mehl für den Bedarf des Festes mahlen, nicht für den Bedarf des Festes ist es verboten. Was am Halbfeste verderben würde, darf man am Halbfeste bereiten, was am Halbfeste nicht verderben würde, darf man nicht.
ג במה דברים אמורים בתלושין מן הקרקע אבל מחובר לקרקע אפי' כולו אבוד אסור ואם אין לו מה יאכל קוצר ומעמר ודש וזורה ובורר וטוחן ובלבד שלא ידוש בפרות
3 Dies gilt nur von dem, was vom Boden getrennt ist, was aber am Boden haftet, ist verboten, selbst wenn es vollständig verdirbt. Hat jemand nichts zu essen, so darf er mähen, garben, dreschen, worfeln, sieben und mahlen, jedoch darf er nicht mit Rindern dreschen!?
ד אמר ליה יחידאה היא ולא סבירא לן כוותיה דתניא כלל אמר רבן שמעון בן גמליאל משום ר' יוסי דבר התלוש מן הקרקע אפילו מקצתו אבוד מותר והמחובר לקרקע אפי' כולו אבוד אסור
4 Dieser erwiderte: [Diese Lehre vertritt die Ansicht] eines Einzelnen, ich aber bin nicht dessen Ansicht. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte im Namen R. Joses eine Regel: Bei dem, was vom Boden getrennt ist, ist [die Arbeit] erlaubt, auch wenn es nur etwas verderben würde, und bei dem, was am Boden haftet, ist es verboten, auch wenn es ganz verderben würde. –
ה ואי ר' יוסי ידוש נמי בפרות הא אמר רב יצחק בר אבא מאן תנא שינוי במועד בדבר האבד דלא כר' יוסי
5 Nach R. Jose sollte man ja auch mit Rindern dreschen dürfen, denn R. Jiçḥaq b. Abba sagte, daß derjenige, welcher sagt, am Halbfeste sei bei Leichtverderblichem eine Veränderung erforderlich, nicht R. Jose sei!? –
ו אמר לך ה"נ כיון דכל יומא לאו בפרות דיישי האידנא נמי לאו שינוי הוא
6 Auch so ist dies keine Veränderung, da man auch sonst nicht immer mit Rindern drischt.
ז ת"ר טוחנין במועד לצורך המועד ושלא לצורך המועד אסור ואם טחן והותיר הרי זה מותר קוצצין עצים במועד לצורך המועד ושלא לצורך המועד אסור ואם קצץ והותיר הרי זה מותר
7 Die Rabbanan lehrten: Man darf am Halbfeste für den Bedarf des Halbfestes mahlen, nicht für den Bedarf des Halbfestes ist es verboten; wenn man gemahlen hat und etwas zurückbleibt, so ist es erlaubt. Man darf am Halbfeste Holz für den Bedarf des Halbfestes abhauen, nicht für den Bedarf des Halbfestes ist es verboten; wenn man abgehauen hat und etwas zurückbleibt, so ist es erlaubt.
ח מטילין שכר במועד לצורך המועד ושלא לצורך המועד אסור ואם הטיל והותיר הרי זה מותר ובלבד שלא יערים
8 Man darf am Halbfeste Met für den Bedarf des Halbfestes brauen, nicht für den Bedarf des Halbfestes ist es verboten; wenn man gebraut hat und etwas zurückbleibt, so ist es erlaubt, nur darf man dabei keine List anwenden.
ט ורמינהו מטילין שכר במועד לצורך המועד ושלא לצורך המועד אסור אחד שכר תמרים ואחד שכר שעורים ואע"פ שיש לו ישן מערים ושותה מן החדש תנאי היא דתניא אין מערימין בכך ר' יוסי בר יהודה אומר מערימין
9 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf am Halbfeste Met für den Bedarf des Halbfestes brauen, nicht für den Bedarf des Halbfestes ist es verboten, ob Met aus Datteln oder Met aus Gerste; und selbst wenn man noch alten hat, darf man eine List anwenden und vom neuen trinken!? – Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Man darf dabei keine List anwenden; R. Jose b. Jehuda sagt, man dürfe wohl eine List anwenden.
י רב חצדו ליה חצדא בחולא דמועדא שמע שמואל איקפד לימא שמואל כיחידאה סבירא ליה לא חצדא דחיטי הוה דלא הוה פסיד
10 Für Rabh mähte man [die Ernte] am Halbfeste, und als Šemuél dies hörte, war er ärgerlich. – Šemuél wäre demnach der Ansicht des Einzelnen!? – Nein, es war Weizenernte, bei der kein Schaden zu berücksichtigen war. –
יא ורב מאי טעמא עביד הכי אין לו מה יאכל הוה ושמואל לא סיימוה קמיה אי נמי אדם חשוב שאני
11 Wieso tat dies Rabh!? – Es fehlte ihm zum Essen. – Und Šemuél!? – Man hatte es ihm nicht berichtet. Oder aber, weil es bei einem bedeutenden Manne anders ist.
יב ר' יהודה נשיאה נפק בחומרתא דמדושא ואשתי מיא דאחים קפילא ארמאה שמע ר' אמי איקפד אמר רב יוסף מאי טעמא איקפד אי משום חומרתא דמדושא הא תניא השירין הנזמים והטבעות הרי הן ככל הכלים הניטלין בחצר
12 R. Jehuda der Fürst ging [am Šabbath] mit einem Siegelringe aus und trank Wasser, das ein aramäischer Koch auf gewärmt hatte, und als R. Ami dies hörte, war er ärgerlich. R. Joseph sprach: Weshalb war er ärgerlich: wenn wegen des Siegelringes, so wird ja gelehrt, daß Armbänder, Nasenringe und Ringe allen anderen Geräten gleichen, die man im Hofe umhertragen darf,
יג אי משום דאישתי מיא דאחים קפילא ארמאה הא אמר שמואל בר יצחק אמר רב כל שנאכל כמות שהוא חי אין בו משום בישולי נכרים אדם חשוב שאני
13 und wenn etwa, weil er Wasser getrunken hat, das ein aramäischer Koch auf gewärmt hatte, so sagte ja Šemuél b. Jiçḥaq im Namen Rabhs, bei allem, was auch roh gegessen wird, gelte nicht [das Verbot] des von Nichtjuden Gekochten!? – Anders ist es bei einem bedeutenden Manne.
יד אמר רב חננאל אמר רב קוצץ אדם דקל במועד אע"פ שאינו צריך אלא לנסורת שלו לייט עלה אביי
14 R. Ḥananél sagte im Namen Rabhs: Man darf am Halbfeste eine Palme fällen, auch wenn man nur der Späne bedarf. Abajje fluchte darüber.
טו רב אשי הוה ליה אבא בשלנייא אזל למיקצייה בחולא דמועדא אמר ליה רב שילא משלנייא לרב אשי מאי דעתיך דקאמר רב חננאל אמר רב קוצץ אדם דקל במועד אע"פ שאינו צריך אלא לנסורת שלו הא לייט עלה אביי אמר ליה לא שמיע לי כלומר לא סבירא לי אישתמיט נרגא בעי למיפסקיה לשקיה שבקיה והדר אתא
15 R. Aši hatte einen Wald in Šilan ja, und er ging da am Halbfeste hin, um ihn abzuholzen. Da sprach R. Šila aus Šilan ja zu R. Aši: Du stützest dich wohl auf R. Ḥananél, der im Namen Rabhs sagte, man dürfe am Halbfeste eine Palme fällen, auch wenn man nur der Späne bedarf, aber Abajje fluchte ja darüber!? Dieser erwiderte: Ich hörte nichts davon. Das heißt nämlich: ich halte nichts davon. Da entglitt ihm das Beil und wollte ihm den Schenkel durchspalten. Da unterließ er es und kam später.
טז רב יהודה שרא למיעקר כיתנא ולמיקטל כשותא ולמיעקר שומשמי אמר ליה אביי לרב יוסף בשלמא כיתנא חזי לחפיפה כשותא חזי לשיכרא אלא שומשמי למאי חזי חזי לנזיי דאית בהו
16 R. Jehuda erlaubte [am Halbfeste] Flachs abzureißen, Hopfen abzuschneiden und Sesam auszureißen. Abajje sprach zu R. Joseph: Allerdings kann man Flachs zum Zudecken und Hopfen zu Met gebrauchen, wozu aber kann man [am Halbfeste] Sesam gebrauchen!? – Er ist wegen der Körner zu gebrauchen, die sich darin befinden.
יז רבי ינאי הוה ליה ההוא פרדיסא דמטא זמניה בחולא דמועדא קטפיה לשנה שהיוה כולי עלמא לפרדיסייהו לחולא דמועדא אפקריה רבי ינאי לפרדיסיה ההוא שתא:
17 R. Jannaj hatte einen Obstgarten, dessen [Ernte]zeit in das Halbfest fiel, und er pflückte dann [die Früchte]. Im folgenden Jahre schoben alle die Ernte ihrer Obstgärten auf das Halbfest auf. Da erklärte R. Jannaj seinen Obstgarten für dieses Jahr als Freigut.
יח <big><strong>מתני׳</strong></big> מכניס אדם פירותיו מפני הגנבים ושולה פשתנו מן המשרה בשביל שלא תאבד ובלבד שלא יכוין את מלאכתו במועד וכולן אם כוונו מלאכתן במועד יאבדו:
18 <b>M</b><small>AN DARF SEINE</small> F<small>RÜCHTE WEGEN DER</small> D<small>IEBE EINSAMMELN, EBENSO SEINEN</small> F<small>LACHS AUS DEM</small> B<small>EIZWASSER NEHMEN, DAMIT ER NICHT VERDERBE, NUR DARF MAN NICHT ABSICHTLICH DIE</small> A<small>RBEIT AUF DAS</small> H<small>ALBFEST AUFSCHIEBEN.</small> A<small>LL DIESE</small> D<small>INGE MUSS MAN, WENN MAN DIE</small> A<small>RBEIT ABSICHTLICH AUF DAS</small> H<small>ALBFEST VERSCHOBEN HAT, VERDERBEN LASSEN</small>.
יט <big><strong>גמ׳</strong></big> תנא ובלבד שיכניסם בצנעא לתוך ביתו
19 GEMARA. Es wird gelehrt: Nur muß man sie nach Hause heimlich bringen.
כ רב יוסף הוה ליה כשורי עיילינהו ביממא
20 R. Joseph hatte Balken und brachte sie am Tage nach Hause.
כא אמר ליה אביי והתניא ובלבד שיכניסם בצנעא בתוך ביתו אמר ליה צנעא דהני יממא הוא כיון דבליליא בעו גברא יתירי ובעו מדוכרי דנורא אוושא מילתא:
21 Da sprach Abajje zu ihm: Es wird ja gelehrt, nur muß man sie nach Hause heimlich bringen!? Dieser erwiderte: Bei diesen erfolgt es am Tage heimlicher; da nachts mehr Leute und Fackeln erforderlich sind, so wird es dadurch bekannt.
כב ושולה פשתנו מן המשרה כו': בעי מיניה רבי ירמיה מרבי זירא כוון מלאכתו במועד ומת מהו שיקנסו בניו אחריו
22 E<small>BENSO SEINEN</small> F<small>LACHS AUS DEM</small> B<small>EIZWASSER NEHMEN</small> &amp;<small>C</small>. R. Jirmeja fragte R. Zera: Wird die Maßregelung, wenn er die Arbeit absichtlich auf das Halbfest verschoben hat und gestorben ist, auf seine Kinder nach ihm ausgedehnt?
כג אם תימצי לומר
23 Willst du entscheiden aus [der Lehre],